Wie soll diese Hilfe aussehen?
Die SY Sealady oder warum gerade ein Segelschiff?
 

Auf den ersten Blick verwundert es, dass mit einem Segelschiff effektive Hilfe geleistet werden kann. Analysiert man jedoch die Situation in den hilfsbedürftigen Regionen, drängt sich einem diese Lösung geradezu auf.

Medizinische Hilfe ist gerade dort am nötigsten, wo die Infrastruktur am schlechtesten ist. Das bedeutet, dass die Verkehrswege zu Land oder zu Wasser nur sehr schlecht ausgebaut oder mancherorts überhaupt nicht vorhanden sind. Ausgebaute Straßen oder Häfen, an denen große Schiffe anlegen können, sucht man in diesen Regionen meist vergebens. Versucht man auf diesen Wegen seine Einsatzziele zu erreichen, beansprucht bereits die Anreise einen großen logistischen Aufwand und hohe Kosten.

 

Man benötigt also ein Fortbewegungsmittel, das möglichst unabhängig über große Strecken agieren kann, nicht auf ausgebaute Straßen oder andere Infrastruktur angewiesen ist und doch groß genug ist, um eine Praxis zu beherbergen. Ein hochseetaugliches Schiff kann diese Möglichkeiten bieten. Nun gibt es zwei verschiedene Schiffstypen: Motorboote und Segelboote. Logisch ein Motorboot - wirklich logisch?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gerade zum Erreichen dieser Regionen ohne ausreichende Infrastruktur bietet sich also eine Segelyacht an. Dazu kommt, dass der Anschaffungspreis eines geeigneten Segelschiffes bei ca. 30 % eines geeigneten Motorschiffes liegt. Die Unterhaltskosten betragen höchstens 1 % von den Kosten, die ein Motorboot verursachen würde. Dadurch können die Kosten und der logistische Aufwand stark reduziert werden.

 

Die Suche nach dem richtigen Schiff begann.

Das Schiff, dass die Gründer der Stiftung für dieses Projekt aus ihrem Privatvermögen gekauft haben und nun für diesen Zweck ausrüsten, ist eine 15 Meter lange Deckshausyacht aus Aluminium. Sie bietet ausreichend Platz, um eine schwimmende Praxis zu beherbergen.

Allerdings ist es ein weiter Weg, bis aus einem normalen Segelschiff eine hochseetaugliche, schwimmende Praxis wird. Dazu sind umfangreiche Umbauarbeiten notwendig.

Die alte Maschineanlage wurde gegen eine Neue getauscht. Ein Stromgenerator eingebaut, die Elektrik komplett ausgetauscht und eine Windsteueranlage angebracht. Eine Meerwasserentsalzungsanlage ist für dieses Projekt ebenfalls unabdingbar. Auch die nautische Ausstattung wird aufgerüstet. Die Fenster wurden erneuert und die Außenhaut neu foliert. Damit der Wind kein leichtes Spiel hat, wurde auch das Rigg ersetzt. Ein besonderer Aspekt ist das Energiekonzept des Bootes. Die Anforderungen, die der Betrieb einer schwimmenden Praxis mit sensiblen medizinischen Geräten an eine Segelyacht stellen, sind ganz andere als die, die eine „normale“ Segelyacht, die an der Küste von Hafen zu Hafen segelt, zu bewältigen hat.

Genau diese und weitere Umbau- und Renovierungsarbeiten und die Ausstattung mit dem nötigen nautischen Equipment befindet sich gerade in der Endphase.

Sobald alle Umbauarbeiten abgeschlossen sind und die SY Sealady auslaufen kann wird das Schiff zu dem symbolischen Preis von einem Euro pro Jahr an die Stiftung verchartet. Diese Regelung ermöglicht es der Stiftung ohne immensen Kapitalbedarf dieses Hilfsprojekt zu starten!

Motorboot

Vorteile

+ Es ist schneller

+ braucht keinen Wind

+ einfach zu steuern.

Motorboot

Nachteile

- Mindestens 25m Länge

- Treibstofftanks für mindesten 

   5000 Seemeilen

- Hoher Treibstoffverbrauch

- Hohe Instandhaltungskosten

- Braucht Nautisches- und

   Maschinenpersonal

- benötigt Häfen

- benötigt oft ausgebaute

   Infrastruktur

- kann nicht an einem einfachen

   Steg anlegen

Segelboot

Vorteile

+ Hochseetauglich ab 12m Länge

+ Kaum Treibstoffverbrauch

    dank Windkraft

+ kein Kapitänspatent und

    Ingenieur notwendig

+ benötigt sehr selten

    Infrastruktur

+ kann an jedem einfachen Steg

    anlegen

+ geringe Unterhaltskosten

Segelboot

Nachteile

- Geschwindigkeit ist

   windabhängig

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